Vereinbarkeit von Karriere und Familie – so klappt es!

Im letzten Blogpost haben wir einen Blick darauf geworfen, warum Väter manchmal lieber im Büro sind anstatt sich dem Abenteuer Familienleben zu stellen. Doch zum Glück gibt es auch Ausnahmen und für die unter euch, die ihrer Rolle als liebender Vater gerecht werden wollen, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt.

Der Schlüssel zur Vereinbarkeit

Wenn du also zu dem Schluss kommst, dass du die ausgetretenen Wege deiner Eltern verlassen willst und dich in das Abenteuer des neuen Vaterseins stürzen willst, helfen dir die nachfolgenden Impulse sicher weiter, Familie und Karriere besser vereinbaren zu können.

Du bist nicht deine Arbeit

Mann telefoniert mit SmartphoneKennst du das – du bist auf einer Party und kommst mit jemanden ins Gespräch. Die zweite Frage (bevor man nach dem Namen gefragt und sich vorgestellt hat) ist normalerweise, was man denn beruflich macht. Viele Menschen, gerade in besseren Jobs, definieren sich und ihr Leben über ihren Beruf. Wer Zahnarzt, Pilot oder erfolgreicher Unternehmer ist hat es geschafft, der Müllmann, Taxifahrer oder Kassierer ist dagegen raus. Aber was sagt denn der Beruf eigentlich über einen Menschen. Ist er glücklich mit dem was er macht? Engagiert er sich neben seinem Beruf ehrenamtlich? Hat er Kinder? Erkenne deinen Wert als Mensch, nicht als Angestellter oder Selbstständiger.

Lerne nein zu sagen

Hör auch, zusätzliche Arbeit anzunehmen, obwohl du das gar nicht willst. Nur weil du Angst vor Ablehnung hast und befürchtest, dass dein Kollege sauer auf dich ist, solltest du anderen keinen Gefallen tun. Wenn es sich für dich nicht richtig anfühlt, sag nein. Freundlich, aber bestimmt. Und du wirst sehen, dass nichts schlimmes passiert und du trotzdem weiterhin ein geschätzter Arbeitskollege bleibst.

Nutze deine Chancen

Es gibt in Deutschland inzwischen eine Vielzahl an Möglichkeiten, Karriere und Vatersein zu vereinbaren.

  • Die Elternzeit ermöglicht dir und der Mutter deines Kindes eine Auszeit von bis zu 36 Monaten (davon bis zu 14 Monaten bezahlt über das Elterngeld).
  • Für Teilzeit gibt es Deutschland sogar einen gesetzlichen Anspruch und inzwischen auch die Möglichkeit, jederzeit wieder in Vollzeit einzusteigen.
  • Oder vielleicht bietet dir dein Arbeitgeber die Möglichkeit, einen längeren Sonderurlaub in Form eines Sabbatical nutzen zu können

Es gibt also viele verschiedene Varianten, wie du deine Arbeitszeit reduzieren kannst und so mehr Zeit mit deiner Familie verbringen kannst. Für den Anfang kann auch ein längerer Urlaub ein guter Anfang sein um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich mehr Papazeit für dich anfühlt.

Dein Plan zur Umsetzung

Mann macht sich NotizenÜberlege dir, welchen Anspruch du an dich als Mann, als Vater und im Beruf hast. Was willst du erreichen? Für was willst du stehen? Wie schaffst du eine Vereinbarkeit all deiner Teile? Was muss passieren, damit du in ALLEN Rollen glücklich bist? Was davon kannst du aktiv gestalten?

Nimm dir als nächstes ein großes Blatt und schreibe auf, welche Aufgaben sich ergeben, um deine Ziele zu erreichen. Benutze keinen Konjunktiv und kein Futur! Verwende Formulierungen wie:

Ich baue als Vater eine gute Bindung zu meinem Kind auf. Dafür verbringe ich jeden Tag mindestens eine Stunde intensiv Zeit mit meinem Sohn/Tochter”.

Hänge das Blatt an einen Platz, an dem du es mehrmals am Tag im Auge hast. Das Bad, dein (Heim-)Arbeitsplatz oder die Küche sind ein guter Ort dafür.

Jetzt schaust du noch, ob die diese Aufgaben auch tatsächlich zu deinen Lebenszielen passen. Streiche alles, was nicht dazu gehört. Frage dich: Wo herrscht ein Mangel? In welchem Bereich mache ich zu viel? Was soll so bleiben, was will ich ändern? Beobachte dich für eine Woche, wie viel Zeit du in die Erfüllung der Aufgaben steckst und ob sie für die Vereinbarkeit von Job und Familie zielführend sind. Falls du dein Ziel bereits erreicht hast – Gratulation! Mach hinter die Aufgabe einen Haken oder noch besser einen Smiley und freue dich darüber, dass du schon so weit bist.

Noch spannender sind jetzt die Themen, bei denen noch Entwicklungspotential besteht. Oft fehlt es an Zeit, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Schau genau hin, wo Zeitmangel besteht und nutze zwei der mächtigsten Tools, um mehr Zeit zu gewinnen: das Pareto-Prinzip und das Parkinsonsche Gesetz. Falls du die beiden Werkzeuge noch nicht kennst, findest du am Ende dieses Artikels eine kurze Einführung dazu.

Vereinbarkeit entsteht durch Focus

Oft sind es die kleinen Zeitdiebe, die uns über den Tag verteilt viel Zeit wegnehmen, die uns dann wieder für die schönen Dinge des Lebens fehlen. Ein Beispiel für solch einen Zeitdieb sind die Kollegen, die dir ungefragt ein Gespräch an die Backe binden und dir ausführlich von ihrem Wochenende erzählen. Während dessen versuchst du eine Präsentation fertig zu bekommen, um pünktlich nach Hause zu kommen, weil du mit deinem Sohn noch auf dem Spielplatz gehen willst. Leider wollen diese Zeitgenossen oft dezente Hinweise wie den Blick in den Monitor oder das Weitertippen auf der Tastatur nicht verstehen. Hier hilft es oft, klar aber freundlich zu sein und darauf hinzuweisen, dass du gerade nicht die Zeit für das Gespräch hast und ihr doch in der Mittagspause darüber sprechen könnt. Auch das gehört zum Nein-sagen-Lernen mit dazu.

Computer auf dem Do More stehtDas wichtigste zum Schluss: fange JETZT an damit! Nicht morgen, nicht später, genau jetzt in diesem Moment! Du musst nicht alles auf einmal umsetzen aber ins Tun zu kommen ist der erste und der wichtigste Schritt. Vernetze dich mit Gleichdenkenden, denn in der Gruppe wird vieles leichter. Und stehe für dich und deine Rechte ein und schöpfe daraus den Mut, nach getaner Arbeit auch mal um 15 Uhr nach Hause zu gehen, um noch mit deiner Tochter zu spielen oder mit deinen Kumpels eine Radtour zu machen.

Sobald du auf dem Weg bist und die ersten Erfolge hast, wirst du unaufhaltsam in Richtung Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterwegs sein. Wir wünschen dir bei dieser Reise ganz viel Erfolg und Freude.

Das Parkinsonsche Gesetz

“Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht (und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist).” Mit anderen Worten: Je mehr Zeit wir uns für eine Aufgabe nehmen, desto länger brauchen wir auch dafür, Motto: Warum eine Sache in drei Minuten erledigen, wenn man drei Stunden dafür hat? Die Kunst ist es also, sich selbst einen klaren (und absichtlich eng definierten) Zeitrahmen zu setzen und die Arbeit in der vorgegeben Zeit zu erledigen. Gearbeitet wird oftmals erst zum Schluß. In Meetings wird die meiste Zeit gelabert, Entschlüsse fallen zum Schluss. Bei Projekten wird rumgedaddelt, philosophiert, Bedenken geäußert, bevor kurz vor Deadline alle in emsige Betriebsamkeit verfallen. Warum also nicht von Anfang an produktiv sein und so Zeit gewinnen um Stress zu vermeiden.

Das Pareto Prinzip

Fast könnte man meinen, dass Vilfredo Pareto ein guter Freund von Cyril Northcote Parkinson gewesen sein muss, so gut wie sich die Merksätze der beiden ergänzen. “80% der Ergebnisse werden mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht. Die verbleibenden 20% der Ergebnisse benötigen mit 80% die meiste Arbeit.”, sagt das Pareto Prinzip. In der Praxis bedeutet das, dass die Präsentation, die bis um 14.00 Uhr beim Chef sein muss, nach 20% des (zeitlichen) Aufwands zu 80% erledigt ist. Für die Fertigstellung der restlichen 20% benötigst du die restlichen 80% der Zeit. Oder anders gesagt: Die Präsentation, für die du 2 Stunden brauchst, ist nach 24 Minuten zu 80% fertig. Mehr als 1,5 Stunden gehen etwas überspitzt dafür drauf, die Präsentation bunter, hübscher und fancier zu machen. Fragt sich nur, ob das denn tatsächlich so nötig ist und ob es dem Chef nicht auch reicht, ein PowerPoint zu bekommen, dass zu 80% fertig ist, aber alle wesentlichen Information enthält. Gerade zusammen mit dem Parkinsonschen Gesetz ist das Pareto Prinzip daher ein krasser Produktivitätsboost, der dir ganz viel Zeit bringt und noch mehr Stress von dir nimmt.

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